Prophylaktische Entfernung von PIP-Implantaten empfohlen

Der Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implants Prothèses (PIP) und Rofil sorgte zum Jahreswechsel und auch weiterhin für Aufsehen und Besorgnis.

Deutschlandweit sind in 29 der aktuell 32 gemeldeten Fälle mit schweren Entzündungen die Implantate gerissen (Stand BfArM 16.01.2012). Da es kein zentrales Register für verwendete oder wieder entfernte Brustimplantate gibt, liegen verlässliche Zahlen über die im Umlauf befindlichen PIP-Implantate noch nicht vor. Die Mitglieder der DGÄPC sind jedoch bestrebt, ihre bisherigen Erfahrungen mit den Implantaten des Herstellers PIP transparent zu machen und kooperieren mit nationalen und internationalen Behörden, um zur Klärung der tatsächlichen Größenordnung beizutragen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt in einer Meldung vom 6. Januar 2012, dass die betroffenen Implantate vorsichtshalber entfernt werden sollten. Wie dringend eine Entnahme im Einzelfall ist, sollte jedoch zwischen Arzt und Patientin besprochen werden. „Es gibt noch keine Beweise für unmittelbare Gesundheitsschäden bei intakten Implantaten, daher sollte bei diesen auch weiterhin die Indikation zur Entfernung in aller Ruhe und individuell getroffen werden“, so Dr. Sven von Saldern. Nachgewiesen sind bislang allerdings die erhöhte Rupturrate der Implantate und die Gefahr von „Ausschwitzen“ des Silikongels (Bleeding), welches dann schwere Entzündungsreaktionen und Lymphknotenveränderungen hervorrufen kann.

Die Kosten für die Entfernung der Implantate (Explantation) tragen in Frankreich die gesetzlichen Krankenkassen. Doch die betroffenen Implantate wurden nicht nur in Frankreich eingesetzt, sondern zu rund 90 Prozent exportiert. In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Kosten, wenn ein Gesundheitsrisiko der Patientin besteht. Dies gilt prinzipiell für Implantate, die aus medizinischen oder ästhetischen Gründen eingesetzt worden sind. Nach § 52 Sozialgesetzbuch (V) haben diejenigen Patientinnen mit einer Beteiligung an den Kosten durch die jeweilige Krankenkasse zu rechnen, die die Operation aus rein ästhetischen Gründen vornehmen haben lassen.